Man (n) wird satt!

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H.H.
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Man (n) wird satt!

Beitrag von H.H. »

Man (n) wird satt!


Da wir Thailand Freunde im Geheimen alle zusammen halten, so sollte es jedenfalls sein, haben wir sicherlich auch ein gemeinsames Hobby.

Das Leben fängt mit dem Essensgenuß an!

Leider ist solcher in Europa nicht immer so einfach möglich wie in Thailand.

Alle haben wir sicherlich u.a. auch im Hinterkopf, so schnell wie möglich, wieder in das gelobte Land des ewigen Lächelns (Thailand) zu fliegen.

Am Tage der Ankunft locken bereits an jeder Straßenecke die ersten Genüsse auf dem angebotenen Warentisch. Allerdings sollte man in den ersten Tagen von übermäßigem Alkoholgenuß Abstand nehmen. Dieser verschleiert die Sinne, führt zu Durchhängern und vernebelt den Genuß des weitreichenden Angebotes.

So hat mir ein Bekannter erzählt, daß er ein zartes Hähnchen als Delikatesse probiert hatte. Dann allerdings, als dies wiederholen wollte, konnte er dieses Restaurant nicht mehr wiederfinden.

Es muß dazugesagt werden, dass er auch zum ersten male das Land lächeln gesehen hat und nunmehr auch zum Profi Urlauber, unter Verzicht auf die niedrigen Genüsse des Alkohols, immer wieder den Hochgenuß eines zarten Hähnchens sucht.

Das angebotene Essen ist hier in Europa ja leider nicht in dieser Vielzahl, nicht in dieser Qualität und schon gar nicht zu so günstigen Preisen zu erhalten.
In jedem Lokal werden eigene Spezialitäten angebotenen, so daß man auch von Reisenden hört, niemals etwas anderes mehr probieren zu wollen. Manche haben bereits ihre Essgewohnheiten ganz in das gelobte Land verlegt, oder sich zumindest einige Spezialitäten hier eingeführt.

Leider gehen diese Urlaubstage immer viel zu schnell vorbei, so daß als Tiefpunkt der Tag gekommen ist, wieder zurückzufliegen. Dies nur um sich an die hiesige Hausmannskost einmal mehr nicht gewöhnen zu können.

Schon nach einer Woche treten die ersten Rückfallerscheinungen auf, indes wartet nicht die gewohnte Speise. Also fängt man schon dann an, die nächste Reise in das gelobte Land zu planen, um sich endlich dem Lächeln wieder aussetzen zu können.

Insofern haben es natürlich diejenigen bequemer, die ihre Essgewohnheiten bereits nach Europa eingeführt haben. Allerdings hatte ich in diesem Zusammenhang von einem anderen Bekannten auch schon gehört, daß die damit verbundene Schärfe letztendlich richtig nur in Thailand zu genießen ist. Insofern soll hier in Europa einfach das Umfeld fehlen.

Indes ist dies aber jedem selbst überlassen.

Oliven schmecken halt auch immer am besten in Italien, Feigen im Orient, Weißwürstchen in München, Wienerwürstchen in Frankfurt und Bockwürstchen aus Germany immer und überall. (Die Paella aus Spanien wollen wir jetzt nicht erwähnen.)

Obst in Thailand ist etwas exotisches, was sich in Deutschland nicht unbedingt abzupflücken lohnt. Sogar gedeihen junge Erdbeeren in Thailand. Man findet sie im Norden in der Nähe von Chiang Mai bei artgerechter Bodenhaltung. Wer am liebsten Pflaumen genießen möchte sollte daher besser in Deutschland bleiben.

Leider nehmen viele potentielle Thaiurlauber wegen des langen Fluges von diesen Genüssen Abstand. Hier gilt es für uns alle noch Überzeugungsarbeit für den Garten Eden zu leisten. Ansonsten sind diese potentiellen Urlauber an Erfahrung arm und bleiben in ihrem eigenen Gemüsegarten, versuchen mit hohem Einsatz verschrumpelte Gewächse heranzuziehen und erkennen nicht mit wie wenig Aufwand sie aus einem ganzen Gewächshaus auswählen können.

Sie verbringen ihren gesamten Urlaub in ihrem Schrebergarten und wissen nicht was sie mit der Aufzucht ihrer eigenen Pflaumenbäume versäumen.

Nun hatte man mir auch zugetragen, daß sogar teilweise versucht wird, wenn diese Aufzucht dann letztendlich doch einmal geglückt ist, eigenen Pflaumensaft zu produzieren.

Kann man darauf stolz sein? Warum so kompliziert?
Die Schmackhaftigkeit sämtlicher Säfte im Land des Lächelns ist unübertroffen und mit nichts zu vergleichen!

Dies gilt insbesondere für das beliebte Getränk Maekong (Whisky), welches bekanntlich in Thailand aus Reis hergestellt wird, aber nur in Maßen genossen werden sollte.

So habe ich bei meinem letzten Urlaub in Pattaya ein kleines Mädchen dabei beobachtet, wie sie einem einheimischen Geo (ein sprechender Vogel) aus Spaß ein Schälchen Maekong zu trinken hinstellte. Die sich anschließende Wirkung bei diesem Vogel war so gravierend, daß er an diesem Tag seine Vogeleigenschaften nahezu verloren hatte.

Dies sollte ein abschreckendes Beispiel für alle Urlauber sein, die diesem Getränkt zu heftig zusprechen.

Die Geschichte ging dann aber noch gut aus, da die Tante des Mädchens diese auf ihr dummes Tun hinwies und ihr sagte, daß man anständig auch immer zu Vögeln sein muß. Vögel haben mit solchen Getränken schießlich ebenso wenig Erfahrung wie wohl auch mancher Urlauber.

Allerdings hat mancher Urlauber auch von Vögeln keine Kenntnis.

Außer Säften, soll im Lächelland aber auch Spezialkost verabreicht werden. Man versteht darunter sog. Wechselgewächse. Das ist natürlich nicht der Geschmack eines jeden.

So sagte mir mein Freund Stefan, er sei damit einmal reingefallen. Als er die Schale entfernt hatte, musste er feststellen, daß der Inhalt viel zu rosarot war. Das war überhaupt nicht sein Geschmack. Dies sei also all denjenigen eine Warnung, die sich von der Schönheit einer Schale verleiten lassen wollen aber den Inhalt nicht kennen. Die vorherige Information verhindert immer den nachfolgenden Reinfall.

Stefan wollte nämlich lieber täglich seine Ente vernaschen und nicht auf ein solches Wechselgewächs reinfallen.

Bei Entengerichten ist zudem immer auf die Glucke zu achten. Meistens betreut diese ihre kleinsten Tierchen noch, um sie vor den Unwägbarkeiten des Speiseplanes zu bewahren. Dieserhalb ist bei deren Verzehr Vorsicht geboten. Es gibt Glucken, die sich gegen den zu frühen Verzehr ihrer Tierchen wehren, weil ihnen die Schmackhaftigkeit dieser nur allzu sehr bekannt ist.

Wer aber einen typisch deutschen Speiseplan bevorzugt, sollte nicht unbedingt eine solche Reise eingehen!

Eisbein gibt es schließlich auch in Deutschland, meistens kalt, dann auch noch fettig, behaart und oben drauf mit Sauerkraut garniert.

In der Hoffnung auch alle Nichteingeweihten nun in die thailändischen Essgewohnheiten eingeführt zu haben, verbleibe ich mit den besten Grüßen
H.H.
Lieber ein Winter in Thailand als ein Sommer in Germany.
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