Tempelfest auf einem Dorf

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H.H.
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Tempelfest auf einem Dorf

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Tempelfest im Wat Mei Thammat in Mae Pa (Mae Sot)



Ich war ganz aus dem Häuschen! Am frühen Morgen schon Getöse und laute Musik. Was war passiert?

Ach ja, Tempelfest. Ich dachte, das war gestern. Zur Einweihung der Tempelmauer wurde auf dem Gelände des Wats eine Großveranstaltung in dem kleinen Dorf von Mae Pa 3 veranstaltet. Alle umliegenden Dörfer Mae Pa 1 – 10 waren natürlich eingeladen und aus der 5 Km entfernten Grenzstadt Stadt Mae Sot zu Miamar (Burma) kamen auch reichlich Leute. So war es jedenfalls gestern Abend.

Kirmesstimmung! Riesenrad a la Jahr 1850, ein altes Karussell verschiedene Attraktionen um dem Tempel wie Malstand, Luftballonschießen mit Dartpfeilen, Wer angelt das Ei? Die Zahl darin verriet den Gewinn. Ich gewann eine Plastiktasse. Karaokestand, Tanzbühne, Bingostand, Kinoleinwand usw. Nicht zu vergessen die Gerüche der Garküchen, Grillstände und die vielen Verkaufsbuden mit Spielsachen, Kleidung und andere diversen Dingen. Natürlich auch Biere verschiedener Namen wie Chang, Leo Singha sowie Limonaden und Säfte in allen Farben. Und da es ein Tempelfest ist, natürlich auch Prunkstände mit Plätze für Mönche mit Buddhas, Gebetsecken und Sitzplätze für die hohen Herren.

Das Fest sollte das ganze Wochenende über gehen. Also drei Nächte. Und die Freitagnacht auf Samstag war ganz schön hart. So viele Menschen auf einen Haufen, das hatte das kleine Dorf schon lange nicht gesehen. Musik von allen Seiten. Und Getöse von dem Action open Air Kinofilm.

Jetzt war es Samstag 6,00 Uhr morgens. Ich wollte ursprünglich ausschlafen, Aus einem Lautsprecher der Straße kamen die Nachrichten und Neuigkeiten vom Bürgermeister Lautstark rüber. Die Vögel begannen zu zwitschern als ob es um einen Wettstreit ginge. Es wurde langsam hell. Also aufstehen, Duschen, Frühstücken. Viel bekam ich nicht herunter.

Dann ein geschmückter Umzugswagen wie bei uns mit einem Kirmeswagen zu vergleichen mit lauter Thaimusik. Davor eine große, tanzende Menschenmenge die schon jetzt eine Stimmung rüberbrachte. Zu meiner Verwunderung floss der Alkohol schon in den frühen Morgenstunden. Wie ich erfuhr, war das der Anfang eines Umzuges mit mehreren Prunkwagen. Einige waren nur mit Spendengeldern für Buddha bestückt. Je weiter es ging um so mehrere Wagen schlossen sich an. Die Wagen kamen von allen Seiten, aus mehreren Dörfern.

Die Mittagshitze war für mich schon fast unerträglich. Ich schätze in der Sonne über 40 Grad. Als Farang wurde ich von allen Seiten beobachtet. Viele ließen die Gelegenheit nicht aus, mit mir anstoßen zu wollen. Um Gottes Willen. Bei so viel Lao Kao wäre ich schon Tod gewesen.
Ich blieb also nur ab und zu bei einigen Schlückchen Bier.

Da ich ja auch was für meine Videokamera haben wollte, war ich meistenteils mit dem Moped am Pendeln und hielt mal an der Kreuzung, mal an der Kreuzung usw. auf. Überall neue Menschen und neue Prunkwagen. Die Kinder hatten ihren Spaß und wie zu Songkrahn wurden einige Teilnehmer mit kühlem Wasser aus Wasserschläuchen abgekühlt.

Ein faszinierendes und unbeschreibliches Getöse. Ich machte einige Videos und schöne Bilder. Am Nachmittag dann der Höhepunkt. Nach und nach kamen einzeln die Wagen in das Wat (Kloster) gefahren. Es wurden Bonbons, und Geldstücke in die Menge geworfen. Die Kinder überrannten sich buchstäblich beim Aufsammeln. Dann die Ansage vom Bürgermeister. Eine Burmesische Tanzgruppe lieferte Ihr Bestes. Zwischendurch immer eine neue, tanzende und johlende Gruppe die in da Kloster einzog. Ein farbenprächtiges Schauspiel das man einfach selbst erleben muss.

Nun wurde es schon langsam Dunkel. Überall helle Neonlichter. Aus dem Boxgelände klang die übliche Kampfmelodie und das Thaiboxen begann. Ein paar Meter weiter konnten sich Männer Tanztickets kaufen und eine Musik - Runde mit einem Tanzmädchen auf dem Podest tanzen. Vorne am offenen Eingang zwei Aufpasser mit langen Knüppeln. In einiger Entfernung die Polizei mit einem großen, schwarzen Gefängniswagen. Ich selbst habe den ganzen Abend keine Streitigkeiten wahrgenommen. Gerne habe ich mich am Bingostand aufgehalten. Eine Runde, bzw. eine Mitmach Karte kostete 5 Baht. Gewonnen hatte ich nichts. Dann plötzlich Stromausfall, der 10 Minuten später wieder behoben war. Die Kinder im Riesenrad wurden mit Manneskraft weitergedreht. Gegen 1,00 Uhr dann das Ende. Ich saß mit meiner kleinen Gruppe unter einem Baum und musste wieder Bier trinken. Alle waren stolz, mit einem Farang sprechen, lachen und trinken zu können.

Weit nach Mitternacht war ich sehr müde und ließ mich mit einem Mopedtaxi die 450 Meter nach Hause fahren. H.H.

Bilder zu sehen unter: http://www.pixum.de/viewalbum/?id=2891073
Seite 125 - 138
Lieber ein Winter in Thailand als ein Sommer in Germany.
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