Interessenvertreter

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expat
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Interessenvertreter

Beitrag von expat »

Das Dreckigste und Widerwärtigste, was ich in letzter Zeit im deutschen Fernsehen zu Gesicht und Ohr bekomme, sind Interessenvertreter. Die werden eingeladen zu Fernsehdiskussionen und befragt in Interviews, gerade so, als ob sie eine eigene Meinung verträten. Die antworten verschlagen und hinterhältig, wie das Anwälte gewöhnlich tun müssen, und machen dabei ein Gesicht, als ob sie ehrenhaft, ehrlich und überzeugt eine eigene wohldurchdachte Meinung verträten. Dabei ist ganz alleine das durchdacht, wie man mit hinterhältigen Parolen und Scheinargumenten die Leute im Sinne bestimmten Auftraggeber hinters Licht führt. Die Auftraggeber haben meistens genug Geld, um solche Fachleute zu mieten, die dadurch helfen, deren Geld noch zu vermehren. Doch scheint es auch Interessenvertreter zu geben, die ihre eignen Interessen für so bedeutend halten, dass sie sie zum Allgemeininteresse hochstilisieren. Man müsste nun beinahe dankbar sein für die Geschehnisse in Japan, denn zumindest den Interessenvertretern der todbringenden und nicht beherrschbaren Nukleartechnologie ist eine Zeitlang das dreckige Maul gestopft. Aber keine Angst: Die brüten mit Sicherheit schon wieder an schönklingenden Floskeln und Scheinargumenten, um Mehrwert auf Kosten der Mehrheit zu produzieren und in die eigenen Taschen zu leiten.
Nicht zufällig kommen viele dieser Interessenvertreter aus dem Bereich Jurisprudenz, einem Tätigkeitsfeld, wo Verdrehungen und Lüge das tägliche Geschäft begleiten oder vielleicht sogar bedeuten. Zu sehr hat sich diese Gruppe daran gewöhnt, das jeder Dreck gerechtfertigt ist, solange sich irgendein historischer gesetzlicher Text finden lässt, der diesen Dreck unterstützt, selbst dann, wenn dadurch wahre Rechtsprechung pervertiert wird. Gemacht wird, was machbar ist. (Goethe: "Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage, weh dir, dass du ein Enkel bist. Vom Rechte, das mit uns geboren, davon ist leider nie die Frage.")
Das läuft da genau so wie bei den Bankern, einem anderen Berufsfeld, das einstmals Nützliches im eignen Interesse und zum Schaden der allgemeinheit in Schädliches pervertiert hat. Wichtig natürlich auch da die Unterhaltung einer wohlaufgestellten Interessenvertretung, die bestenfalls als solche nicht erkennbar ist. Bei der gegewärtigen Regierung allerdings brauchen sie sich nicht zu tarnen. Auch im Fernsehen werden Lobbyisten gerne als Teilnehmer eingeladen, um nicht mit ihrer eigenen Meinung, sondern mit der ihrer Auftraggeber den Äther zu verschmutzen.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.
Somprit

Re: Interessenvertreter

Beitrag von Somprit »

expat hat geschrieben:Das Dreckigste und Widerwärtigste, was ich in letzter Zeit im deutschen Fernsehen zu Gesicht und Ohr bekomme, sind Interessenvertreter....
.. ach so, Du meinst diese schmierigen Maden im Speckmantel :kotz:
Somprit

Re: Interessenvertreter

Beitrag von Somprit »

... zum Vorstehenden passt ganz gut:

Die Gier der Strippenzieher

Der Bundestag streitet über ein Lobbyregister. Nach vielen Skandalen soll damit das illegale Treiben der schwarzen Lobby-Schafe eingedämmt werden.
Verbände gelten dabei als Befürworter – aus Eigennutz. Denn die Marktbereinigung eröffnet ihnen neue Chancen.
Früher oder später wird es so weit sein...

... Zwar fand sich am vergangenen Donnerstag im Bundestag keine Mehrheit für die Einführung eines zentralen Lobbyistenregisters, weil die schwarz-gelbe Koalition ihre Zustimmung zu den Anträgen der Opposition verweigerte.
Aber aus Sicht des Ethikbeauftragten der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung werden Union und FDP nicht ewig mit dieser Haltung durchkommen. :biggrin:

... tja, DIE Wirtschaftsparteien also stemmen sich dagegen.... :pst:

...Denn das würde bedeuten, dass die Merkel-Regierung dauerhaft Politik gegen die Volksstimme machen würde. «Mit ihrem Nein sind sie klar in der Minderheit. Das können sie sich nicht leisten.»
Tatsächlich herrscht in der Bevölkerung ein tiefes Misstrauen...

laut einer Umfrage von Transparency International glauben sieben von zehn Bundesbürgern, dass die Korruption und der Einfluss der Lobbyisten zu- und nicht abgenommen haben.
Oft steckt dahinter nur ein Gefühl – und Beweise fehlen in den meisten Fällen.
Diesen Mangel will die Opposition deshalb nun beseitigen. Mit dem Lobbyistenregister soll endlich Licht in die vermeintliche Heimlichtuerei gebracht werden.
Demnach müssen sich alle Interessenvertreter, die Zugang zum Bundestag haben wollen, in der Kartei registrieren und darin regelmäßig ihre Auftraggeber und Honorare offenlegen.

...wäre doch eine Möglichkeit so manchen korrupten Politiker mehr auf die fetten Patschhändchen zu schlagen... :good:

Einer Schätzung zufolge tummeln sich über 5000 Lobbyisten im Umfeld des deutschen Parlaments. Verbände, Ex-Politiker, Anwälte, Selbstständige, Berater – sie alle ringen um Einfluss bei den Abgeordneten....

...tja, und das Non-plus-Ultra, nach dem ausscheiden aus der aktiven Politik in die Laufbahn der Lobbyisten.... weiter am Trog der Schweine teilhaben ....

Original, vermischt mit freiem Gedankengut aus: http://www.news.de/politik/855156176/lo ... ktmacht/1/
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