Maischberger und die Ernährung

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expat
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Maischberger und die Ernährung

Beitrag von expat »

Warum muss diese Frau sich immer an Themen machen, die sie schlecht vorbereitet und von denen sie keine Ahnung hat? Nun wollte der sympathische Tim Mälzer doch tatsächlich in 4 Wochen den gesundheitlichen Wert von Ernährung untersuchen. Mehr Naivität, die auch noch von medizinischen Professoren, die von Ernährung nun ganz und gar keine Ahnung haben, unterstützt wird, ist ja kaum vorstellbar, allerdings durch sein zugegebenes Unwissen zu entschuldigen. Er kann auf dem Gebiet kaum etwas lernen, meint er, und nach dem, was er da in der Sendung erzählt, glaube ich ihm das sofort. Oft tue ich das ja nicht, aber dann habe ich ihm mal auf seine Webseite den folgenden Beitrag geschrieben:

Lieber Tim Mälzer,

Sie sind ein netter Kerl und kommen auch bei mir immer sympathisch und angenehm rüber. Das gibt mir die Hoffnung, dass Sie diesen Beitrag vielleicht lesen, falls er Sie errecht:

Sie sagen, dass Sie nichts über die Gesundheit in Verbindung mit Ernährung lernen können. Könnte es sein dass Sie nie die Literatur der folgenden Verfasser gelesen haben:
Kollath, Bruker Bircher-Benner?
Die Sendung, die ich da mit der ebenfalls ständig erschreckend uninformierten Maischberger sehen musste, ist ein Desaster.
Niemand begreift bisher alle Zusammhänge von Ernährung. Das Prinzip muss daher sein, so wenig wie möglich zu verändern an den natürlichen Zutaten. Nach diesem Prinzip lebe ich seit 40 Jahren auf rein vegetarischer Ebene. Es ist der reinste Schwachsinn, den sich nur Mediziner ausdenken können, wenn man nun behaupten würde, ich hätte genau so gut die ganze Zeit Fastfood zu mir nehmen können. Der Eindruck wird nämlich eindeutig durch solche Schwachsinnssendungen vermittelt. Die ganze "Untersuchung" ist hundertprozentiger Unsinn. In vier Wochen erkennt man gar nichts.
Besorgen sie sich mal die Vegetariestudien des Bundesgesundheitsministeriums, um ein wenig über Untersuchungsmethoden zu lernen. Das Ergebnis übrigens war da, dass Vegetarier im Schnitt bessere Werte aufweisen. Aber selbst da hat man von dem, was Gesundheit anbelangt kaum fassbare Vorstellungen. "Gesunde" Werte sind einfach die Mittelwerte. Ist eine Gesellschaft krank, deuten die Mittelwerte auf Gesundheit.
Kollath hat schon vor Jahrzehnten durch einen einfachen Versuch seine Theorie, dass wir wenig über die tatsächlich für die Ernährung erforderlichen Zutaten wissen, folgendermaßen nachgewiesen, wenn auch nur an Mäusen. Er ernährte eine Gruppe von Mäusen über einen gewissen Zeitraum nur mit den Ernährungsstoffen, die bis dahin bekannt waren, also alle Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße sowie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Die Mäuse degenerierten zusehends und zeigten typische Verfallserscheinungen, die durch eine Ernährung mit "Vollwertkost", also hier ungeschälten Körnern, wieder behoben werden konnten. Das zeigt, dass Sie Recht haben, wenn Sie sagen, man kann duch reine Anschauung und Ausprobieren wenig über von Ernährung abhängiger Gesundheit lernen, wenn einem der grundsätzliche Ansatz fehlt, und der muss lauten, so wenig wie möglich verändern, keine raffienierten "Lebensmittel" wie zum Beispiel Weißmehl und Zucker.
Freundliche Güße,

Peter Hennecke
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.
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